09.11.2016

von B° RB

Kreuzgangspiele

In diesem Jahr müssen Freunde des traditionsreichen Freilichttheaters nicht lange warten, denn schon im Oktober erscheint das neue Prospekt mit allen Terminen und auch der Vorverkauf beginnt

Inka Meyer

Noch bis zum 13. August 2016 ist im romanischen Kreuzgang zauberhaftes Theater zu erleben. Bis dahin fliegt nachmittags um 16.15 Uhr noch täglich „Peter Pan“ nach Nimmerland und abends um 20.30 Uhr verlieben sich Romeo und Julia tragisch ineinander oder servieren Abby und Martha Brewster vergifteten Holunderwein. Besonders erfolgreich war in diesem Sommer „Arsen und Spitzenhäubchen“ – mit der letzten Vorstellung am Samstag gehen dann auch die Kreuzgangspiele 2016 zu Ende.

Doch in diesem Jahr müssen Freunde des traditionsreichen Freilichttheaters nicht lange warten, denn schon im Oktober erscheint das neue Prospekt mit allen Terminen und auch der Vorverkauf beginnt.

Außerdem startet die Reihe Kreuzgangspiele extra jetzt schon im November 2016 und das Kulturprogramm bereitet auch außerhalb der Spielzeit mit thematisch passenden Veranstaltungen auf die kommende Saison vor. Zu erleben sind dabei auch Schauspieler des Kreuzgang-Ensembles, wie Wolfgang Beigel und Achim Conrad – und natürlich geht es auch immer wieder um Shakespeare, denn der englische Dramatiker ist inzwischen immer wieder fester Bestandteil der Spielpläne.

kulturtreff / wortarten

11. November 2016, 19 Uhr, Café am Kreuzgang

Robert Löhr liest aus „Das Hamlet-Komplott“

Kabale und Hiebe! Während Napoleon Deutschland mit Krieg überzieht, gibt in Schwaben und Franken ein seltsames Wandertheater einen noch viel seltsameren Hamlet. Und verstünde die französische Geheimpolizei mehr von Shakespeare, sie hätte längst Lunte gerochen. So aber ahnt keiner, dass sich hinter dem fahrenden Schauspieltrupp Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck und Napoleons Erzfeindin Madame de Staël höchstpersönlich verbergen, die sich als Theatergruppe getarnt in höchst geheimer Mission befinden.

Robert Löhr arbeitet als Schriftsteller und Autor für Film, Fernsehen und Bühne. Er absolvierte eine Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule, studierte an der Freien Universität Berlin Germanistik und schloss eine Ausbildung zum Drehbuchautor an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) an. Er nahm er an der Meisterklasse für Drehbuchautoren bei Columbia TriStar teil. Er arbeitete unter anderem für Sat.1, den Tagesspiegel, die Neue Zeit und die taz. Zudem ist er Dozent für Dramaturgie.

kreuzgangspiele extra

25. November 2016, 20 Uhr, Sängermuseum

Halpern & Johnson - Schauspiel von Lionel Goldstein

Joe Halpern steht einsam am Grab seiner Frau. Mehr als fünfzig Jahre war er mit Florence verheiratet. Ein Fremder tritt mit einem Blumenstrauß hinzu, stellt sich als Dennis Johnson vor und konfrontiert ihn damit, er hätte in jungen Jahren eine Liebesbeziehung mit der Verstorbenen gehabt. Bei einem weiteren Treffen erfährt Halpern, dass die Verbindung der beiden, wenn auch rein platonisch, bis zu Florences Tod andauerte. Themen wie Kunst und Politik, die in seiner Ehe nie eine Rolle spielten, hat sie mit dem anderen geteilt. Er ist tief verletzt, fühlt sich hintergangen. Seine Wut richtet sich gegen den unbekannten Nebenbuhler, durch den er eine völlig andere Seite seiner Frau kennenlernen muss. Auch Johnson erfährt über Florence Dinge, die für ihn schmerzhaft sind. Zwischen den beiden Männern, die so unterschiedlich sind, entwickelt sich ein heftiger Streit. Aber nach und nach fangen sie an, zu begreifen, dass die Erinnerung an die geliebte Frau sie verbindet und nicht trennt. Es spielen Wolfgang Beigel und Rolf R. Lütgens. Wolfgang Beigel ist seit vielen Jahren Mitglied des Ensembles der Kreuzgangspiele.

kreuzgangspiele extra

27. Januar 2017, 20 Uhr, Sängermuseum

From Berlin to Broadway – Hommage an Kurt Weill

Kurt Weill (1900-1950) war einer der erfolgreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, der mit geradezu phänomenaler stilistischer Wandlungsfähigkeit das Musiktheater bis heute in Atem hält. Er komponierte Musik zu Bertolt Brechts sozialkritischen Stücken, mit dem er die Theorie für das epische Theater entwickelte. Über Paris und London emigrierte Weill nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in die USA.

Eine musikalische Reise vom Berlin der 20er Jahre, das Weill zusammen mit Brecht ins „Dreigroschenfieber“ stürzte, über das Paris der 30er Jahre, das ihm einige der schönsten Chansons, die je geschrieben wurden, entlockte, an den New Yorker Broadway, wo Weill als erfolgreichster Musicalkomponist seiner Zeit gefeiert wurde.

Mit kleinen Szenen, die die einzelnen Songs verbinden - fiktiven Tagträumen und realen Erinnerungen zwischen Leben und Musikschaffen - nähert sich die Hommage auch dem Menschen Weill und seiner turbulenten Epoche an. Es singt Achim Conrad begleitet am Klavier von Manfred Knaak. Achim Conrad ist seit einigen Jahren als Schauspieler und Regisseur für die Kreuzgangspiele aktiv, so führte er 2013 beim „Sommernachtstraum“ Regie und war 2015 als Brandner Kaspar und 2016 als Lenz zu sehen.

kulturtreff / kabarett

23. Februar 2017, 20 Uhr, Landgasthof am Forst

Inka Meyer: Kill me, Kate! – Die gezähmte Widerspenstige

Die Theatermacherin Nora, gespielt von Inka Meyer, hat ein Problem: Für die nächste Spielzeit wurde ihr das Shakespeare-Stück „Der Widerspenstigen Zähmung“ zur Inszenierung aufgebrummt. Doch ist es überhaupt möglich, 40 Jahre nachdem die ersten Frauen ihre BHs verbrannten, ein Stück mit derart mittelalterlichen Rollenbildern auf die Bühne zu bringen? Die Aufgabe wird für Nora schnell zur Bestandsaufnahme: Wie geht es den Frauen, die Kinder haben und arbeiten? Die keine Kinder haben und arbeiten? Die Kinder haben und nicht arbeiten? Weib oder Weibchen? Gleichgestellt oder zurückgestellt? Powerfrau oder Übermutter? Wer kocht den Bio-Möhrenpastinakenbrei? Vater, Mutter oder Alnatura? Und wer kann uns bei den Antworten helfen? Etwa Germany’s Next Role-Model Heidi Klum? Oder Herzogin Kate, die ihr Studium in den Wind geschossen hat, um in Designerkleidchen neben Prinz William zu glänzen? Hier geht’s um Frauen. Aber anders. Das heißt: Kein Mann-Frau-Gedöns. Kein Latzhosen-Feministinnen-Genöle. Kein Männer- Bashing. Frei von Rollenklischees. Es geht um Arbeit, Familie, Rente. Hochpolitisch – aber sehr, sehr komisch. Auch für Männer.

Ein Kabarett-Abend passend zum Kreuzgang-Musical 2017: Kiss me, Kate! ...und eine Kooperation mit der Wehlmäusler Forstkultur.

Ob Shakespeare oder nicht: Karten & Informationen zu allen Kultur- veranstaltungen und zur neuen Spielzeit 2017 gibt es im Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, Telefon: 09852 904 44

Passend zum Thema

Beethoven - the next level. Am 12. Juni 2016 in der Konzerthalle Bamberg

Olaf Schubert: Neues Bühnenprogramm: "Sexy Forever"

Stadt- und Erlebnisführungen durch die Feengrottenstadt Saalfeld

Mehr aus der Rubrik

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!
Teilen: